AdoptivSinn Newsletter 05/2011

 

 

 

Studienteilnehmer gesucht! “Alltagskonfliktbewältigung bei jungen Pflege- und Adoptivkindern”

 

Die Forschungsgruppe „Klinische Neuropsychologie des Kinder− und Jugendalters“ des Universitätsklinikums in Aachen sucht Adoptiv- und Pflegefamilien, die sich an einer Studie zur psychosozialen Entwicklung von Kindern mit frühen Trennungserfahrungen beteiligen möchten.

 

Bedingungen:

  • 8 – 14jährige Adoptiv- und Pflegekinder, die im Alter zwischen 6 Monaten und 3 Jahren von ihren biologischen Eltern getrennt wurden oder/bzw. (bei ausländischen Adoptivkindern) in die neue Familie gekommen sind
  • Kinder ohne metallische Implantate oder Zahnspangen
  • Beantwortung von Fragebögen
  • Stresshormonbestimmung im Speichel
  • Computerspiel im Scanner (MRT)
  • Interesse an ausführlicher psychologischer Diagnostik

 

Die offizielle Ausschreibung findet man hier: Forschungsprojekt

 

Auch eine direkte Kontaktaufnahme unter der Telefonnummer: 0241/8088753

oder per mail an Frau M.Sc.-Psych. Vanessa Pütz: vpuetz@ukaachen.de

ist gewünscht und auch einfach nur zum „erst einmal nachfragen“ zu empfehlen!

 

Alle Daten werden anonymisiert und nach den gesetzlichen Bestimmungen für Datenschutz behandelt!

  

 

Unsere Gründe für die Teilnahme am Forschungsprojekt

“Alltagskonfliktbewältigung bei jungen Pflege- und Adoptivkindern”

Ein spannendes Thema, bei dem mich natürlich auch die Ergebnisse interessieren. Da es aber ohne Studienteilnehmer kein Ergebnis gibt, haben wir mit unseren Kindern zunächst über eine Teilnahme diskutiert.

 

Die Gründe unserer Kinder, an der Studie teilzunehmen:

  • Die Messung in der MRT-Röhre hört sich spannend und cool an.
  • Wenn Mama meint, das ist wichtig, können wir ja mal mithelfen.
  • Ich bekomme ein echtes Bild von meinem Gehirn!
  • Ich bin ein wichtiges Forschungsobjekt – fühlt sich toll an.
  • Es gibt auch noch Geld dafür, prima, ich wollte mir nämlich noch gerne … kaufen.

Die größten Bedenken unserer Kinder „Hoffentlich sieht mein Gehirn intelligent genug aus“ wurden – wie alle anderen Fragen auch – schon im Vorfeld per mail immer sehr zeitnah, kompetent und geduldig beantwortet. Alleine das hat uns schon großes Vertrauen in die Kompetenz, aber auch Offenheit und Freundlichkeit des Forschungsteams gegeben, was bei unserem Besuch in der Uniklinik Aachen dann auch bestätigt wurde. 

Unsere Kinder haben sich dort wohl gefühlt, wurden mit allerlei Freundlichkeiten (und Süßigkeiten – böse Zungen könnten hier von Bestechung sprechen ;-) hofiert und hatten wirklich das Gefühl, die wichtigsten Personen für dieses Projekt zu sein.

 

Diese positive Bestätigung war aber auch notwendig, da im Vorfeld, sowie in der Klinik in Aachen von den Kindern wirklich enorm viele Fragen beantwortet werden müssen. Aber auch hier dürfen die Kinder sein wie sie wirklich sind. Während eines unserer Kinder zu Fragen auch frei formulierte Antworten gab, erzählte mir das andere „Sie hat nur gefragt, ob ich noch was darüber sagen möchte.“ Man kann also als Minimalist auch einfach „Nein“ antworten ;-)

 

 

 

Ich finde es natürlich interessant und sinnvoll, Forschende bei Ihren Forschungen zu unterstützen. Für mich waren aber vor allem auch die Vorteile, die ich mir für unsere Familie/Kinder verspreche, ausschlaggebend für unsere Teilnahme:

 

Die Beantwortung vieler, vieler Fragebögen hat uns Eltern noch einmal genau auf unsere Kinder und deren Eigenschaften schauen lassen. Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren wurden Entwicklungen deutlicher und uns wurde einmal mehr bewusst, wie viel unsere Kinder schon an positiver Entwicklung geleistet haben.

Manche Eigenschaften ließen uns schmunzeln, manche aber auch genau überlegen, hinterfragen und das „früher“ mit dem „heute“ vergleichen.

Wir erkannten Fortschritte, aber auch Festigungen mancher Verhaltensweisen. Damit bekamen wir eine neue Sichtweise und neue Ideen, gefestigte, aber unerwünschte Strukturen wieder verändern zu können.

Dies ist nicht immer leicht und deshalb verspreche ich mir hier von dem Forschungsteam Hilfe, denn es wird ganz klar darauf hingewiesen, dass man eine detaillierte Rückmeldung und – sofern gewünscht – ein persönliches Beratungsgespräch mit einer klinischen Psychologin erhält.

Und dieser letzte Punkt war für mich der anfangs ausschlaggebende, an diesem Projekt teilzunehmen. Aufgrund von Erfahrungsberichten einiger anderer Familien und auch einer kurzen, aber umso eindrücklicheren persönlichen Erfahrungen mit einer psychologischen Beratungsstelle in Wohnortnähe, weiß ich, wie schwierig es in manchen Regionen ist, für die speziellen Probleme von Adoptivkindern wirklich geeignete, kompetente Ansprechpartner zu finden.

 

Mit unserer Teilnahme an diesem Projekt haben sich all meine Wünsche in Bezug auf kompetente Ansprechpartner für unsere Kinder erfüllt.

Ich habe nun die Hoffnung, dass  über diesen zunächst einmaligen Kontakt und die daraus resultierende detaillierte Rückmeldung, Hilfe und Förderung möglich ist, wenn sie von unseren Kindern benötigt wird. Weiterhin hoffe ich natürlich, dass uns die nun kennen gelernten Ansprechpartner auch in fernerer Zukunft – bei Bedarf - Psychologen empfehlen können, die mit speziellen Problematiken von Adoptiv- und Pflegekindern vertraut sind und die Hilfe suchenden Kinder (oder Eltern) wirklich kompetent unterstützen können.

 

Kerstin Blank-Bringmann (2011)

 

 

 

 

Leserbrief

zum Text "So ein süßes Kind ...!" aus dem Newsletter 04/2011

 

eine Adoptivmutter schreibt:

Vielen DANK vor allem für den Artikel "süße Kinder". Meine sind ja so langsam aus dem süssen Alter raus, ich bin froh, dass sie - jeder auf seine Art - diese Phase gut überstanden haben und nun hoffentlich recht selbstbewussts ihren Weg gehen werden.

Was ich bzgl. süsser Kinder immer fürchterlich befremdlich fand war die Tatsache, dass das teilweise von anderen Müttern mit Kindern an der Hand kam. Ich dachte immer nur, wie müssen sich deren Kinder denn fühlen, wenn fremde als so süß, golidg, herzig tituliert werden.

 

 

 

 

Einladung zur Familientagung - Es sind noch Restplätze frei!

31. Himmelfahrts - Treffen vom 02. bis 05. Juni 2011

 

im Ev. Bildungszentrum Bad Berderkesa

Alter Postweg 2

27624 Bad Berderkesa

www.ev-bildungszentrum.de

Tel. 04745 / 9495-0

Interessenten sollten sich vorab hier telefonisch erkundigen, welche Zimmer als Restplätze noch frei sind!

 

Das diesjährige Motto lautet: „Umbruch und Aufbruch“

Unsere Tagungsleitung Thomas Bretz-Rieck und viele bereits bekannte Teamer aus den letzen

Jahren werden uns durch das Programm begleiten. Dazu kommt als diesjährige Referentin:

- Dr. Ines Al-Ameery (UKE Hamburg): Umbruch und Aufbruch, Auswirkungen von

Umbrüchen und besonderen Stresssituationen bei Kindern und Jugendlichen

Wie gewohnt planen wir ein umfangreiches Aktivitätenprogramm für alle Altersgruppen,

zum Beispiel: Mitmachzirkus, Hallensport für Kids, Niedrigseilparcours, Gruppe für

Jugendliche „Session with the Priest“, Seminarchor, Länderbericht oder ähnliches, Stockbrot

backen, Gute Nacht Geschichten, Poker und Spieleabend sowie Abschlussfest.

 

Der Vorstand des Vereins

"Adoptivfamilien mit Kindern aus aller Welt e.V."

 http://www.adoptivfamilien.de/

 

 

 

 

 

 

 

 

Kalender: Kolumbien 2012

Endlich!

Wieder einmal bietet der Verein Sonnenkinder e.V. einen wunderschönen Kalender (2012) mit Bildern aus Kolumbien (von Herr Boeckh) an.

Er kann über die Homepage http://www.sonnenkinder-ev.de/

zum Preis von 15,00 Euro (plus Porto) bestellt werden und das Geld unterstützt die wirklich sinnvollen und hilfreichen Projekte dieses kleinen, engagierten Vereins.

 

 

 

 

 

 

 

Buchtipp: Gretha auf der Treppe

von Hanna Jansen

 

 

Die Zwillinge Lump (Magnus) und Jule sind nicht begeistert, dass ihre Mama wieder arbeiten möchte und sie auch noch „so klein“ sein sollen, dass sie nun ein Au-pair (Gretha) aus Kolumbien bekommen.

Spannend wird es aber, als die Kinder Grethas mitgebrachtes Haustier entdecken und dem ersten Entsetzen eine Hilfsbereitschaft folgt, die alle drei schnell zusammen schweißt.

Anfangs reserviert, finden sie das neue Familienmitglied doch sehr faszinierend und nehmen erstaunt den immer wieder anderen Blickwinkel des Mädchens auf „normales, alltägliches“ in Deutschland wahr.

Gretha denkt in völlig anderen Zusammenhängen und erzählt den Kindern ihre Erfahrungen in Geschichten aus ihrer Heimat. Dazu setzt sie sich immer auf die Treppe zwischen die Zimmer der beiden Kinder und ihre Geschichten helfen, so manche Probleme neu zu überdenken.

Völlig allein gelassen fühlen sich Jule und Lump anfangs in ihrer Sorge um den Vater, der als Reporter diesmal unterwegs in Kolumbien ist. Auch Gretha kann ihnen aus ihren Erfahrungen heraus keinen Mut machen, als er offensichtlich unauffindbar ist. Mit ihren Spanischkenntnissen und ihrer Erfahrung ist sie dennoch eine große Hilfe, bis alles ein glückliches Ende findet.

 

Dass Gretha von Anfang an schon fast perfekt deutsch spricht, erscheint vermutlich nur uns Eltern ein wenig unrealistisch. Da die Geschichte aber sehr interessant, witzig und auch spannend ist, passte ein „Sprach-Problem“ vermutlich einfach nicht hinein.

Ein sehr schönes Buch für Kinder um 10 Jahre, die gerne über den Tellerrand hinaus blicken und sich in Kulturunterschiede hineinfühlen wollen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Newsletter kann gerne an Interessierte weitergeleitet werden!

 

Das Newsletter-Themenarchiv zum Weiterempfehlen:
http://www.adoptivsinn.de/AdoptivSinn-Newsletter-Themena.188.0.html

 

Ich freue mich über Fragen/Anregungen und Leserbriefe!

Bitte mit entsprechendem Betreff an: info(at)adoptivsinn.de

Kerstin Blank-Bringmann

 

 

 

Eltern verzeihen ihren Kindern die Fehler am schwersten, die sie ihnen selbst anerzogen haben.

(Marie von Ebner-Eschenbach, 1830-1916, österreichische Schriftstellerin)