Das Zusammenleben mit Kindern ist niemals nur rosarot – oft werden Familien Steine in den Weg gelegt, die es gemeinsam beiseite zu schaffen gilt. Adoptivfamilien haben aber zusätzlich dazu auch die Steine zu bewältigen, die die Kinder in einem Rucksack schon mit sich bringen.
Eine der informativsten, umfangreichsten Seiten zu Themen, die Adoptiveltern betreffen, ist die Seite http://www.adoptionsberatung.at
Hier findet man zu vielen Themenbereichen umfassende Artikel und immer wieder auch zusammenfassende Übersetzungen englischer Fachbücher.
Ein neu eingestellter Artikel befasst sich mit den Grundlagen zum Aufbau neuer, heilsamer Beziehungen innerhalb der neuen Familie:
„ … Der Gedanke einem Pflege- oder Adoptivkind die Liebe zu geben, die es sucht und braucht, scheint unglaublich schön und lohnend. Es wird jedoch auch deutlich, dass man sich mit der Beziehung zu einem traumatisierten Kind auch auf eine intensive Auseinandersetzung mit allen Folgen dieser Traumatisierung auf das Kind, einen selbst und die eigene Familie einlassen muss. Auch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema „Bindung“ scheint unumgänglich. Die Beziehungsmuster, die man selbst als Kind und im Laufe seines Lebens erlernt hat, sind häufig sehr widersprüchlich zu denen der Pflege- oder Adoptivkinder, sodass völlig neue und verwirrende Beziehungsdynamiken innerhalb der neuen Familie entstehen können.
Das Kind findet in der Pflege- oder Adoptivfamilie einen sicheren und liebevollen Ort zur Regeneration und Heilung. Doch der Weg dorthin kann lange und steinig sein….“
Christina Rothdeutsch über Pflege- und Adoptivfamilien als Orte korrigierender Erfahrungen
Teil 1:
http://www.adoptionsberatung.at/index.php/article/articleview/369/1/128/
Teil 2:
http://www.adoptionsberatung.at/index.php/article/articleview/371/1/128/
finden vom 14.-27. März statt.
Rassismus fängt im Kopf an.
Gemeinsam mit mehr als 60 bundesweiten Organisationen und Einrichtungen fordert der Interkulturelle Rat in Deutschland dazu auf, sich an den Aktionswochen zu beteiligen und Zeichen gegen Rassismus zu setzen.
Interessante Materialien werden hier zur Verfügung gestellt:
http://www.internationale-wochen-gegen-rassismus.de/materialien/
Unter anderem folgender Text aus einem Flyer des IDA e.V.
(Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e.V.):
Unterschiede, die einen Unterschied machen:
Wenn
– Hasan als einziger aus seiner Clique an der Grenze kontrolliert wird,
– er nach dem Sport im Supermarkt eine Cola kaufen will und die Kassiererin ihn grundlos auffordert, den Inhalt seiner Sporttasche aufs Band zu legen,
– in der Schule »Türkenwitze« erzählt werden,
– der Sportlehrer behauptet, die Unterschrift der Eltern auf der Entschuldigung sei »getürkt«,
dann haben wir es mit rassistischen Ausdrucksformen zu tun.
Beschweren sich Minderheiten über solcherart Stigmatisierung, bekommen sie oft zu hören, sie seien »überempfindlich« und sähen Gespenster.
Aber:
Menschen mit Rassismuserfahrungen erleben Rassismus anders als Außenstehende!
Melinda und Hasan wären froh, sie selbst sein zu dürfen und nicht gleich einer Gruppe zugeordnet zu werden. Solange es Rassismus gibt, werden sie als »die Anderen«, »die Fremden « auffallen und immer gefragt werden, woher sie eigentlich kämen, auch wenn sie hier geboren sind und ihre Kinder und Kindeskinder hier aufwachsen.
Warum kann nicht jeder Mensch dort leben, wo er gerade ist?
Warum entscheiden Pass und Aussehen über den Wert der Menschen und ihren Zugang zu Ressourcen?
Über solche Fragen und vermeintlichen Selbstverständlichkeiten müssen wir sprechen, wenn wir die Vision einer gerechteren Welt nicht aufgeben wollen.
Diese Vision verträgt sich nicht mit Rassismus.
Herausgeber: http://www.idaev.de/publikationen/
Autor: Anita Kalpaka
Eine Adoptivmutter schrieb mir:
„Bei der Übergabe unseres Kindes haben wir von einem Sozialarbeiter viel über seine Herkunft erfahren, vom Übersetzer viel über Land und Leute und die Einstellungen und Lebensweise dort. Viele andere Dinge stehen in einer umfangreichen Akte, die uns übergeben wurde. Lange haben wir überlegt, wie wir das alles kindgerecht und altersentsprechend erklären können, ohne etwas zu vergessen, wichtigen Dingen zu wenig Beachtung zu schenken und das Kind trotzdem nicht mit den Mengen an Informationen zu erschlagen. Dann gab uns eine andere Adoptivmutter den Tipp mit dem Tagebuch für Erinnerungen und damit ist alles viel leichter geworden.
Es ist ein Buch mit unterschiedlichen Seiten, in das wir zum Beispiel die Fotos des Viertels kleben können, in dem unser Kind vorher gelebt hat. Solche Fotos gehören in kein Familiealbum, sondern brauchen einen extra Platz. Außerdem können wir – wie in eine Art Lexikon – alles mit unseren Worten und kindgerecht aufschreiben, was wir wissen. Bis unser Kind die Akte lesen und vor allem verstehen kann, ist es erwachsen. Bis dahin wollen wir ihm die Informationen aber nicht vorenthalten.
Das Tagebuch für Erinnerung ist vielleicht nicht ganz perfekt aufgebaut, aber es passt zu dem anderen Tagebuch und man kann es gut als eine Art Lexikon verwenden. Jede Seite hat dann ein anderes Thema wie z.B. Mutter, Vater, Geschwister, andere Verwandte (und warum sie das Kind nicht aufnehmen konnten), Pflegemutter, -vater, Adressen, Fotos, Informationen aus dem Reiseführer zu Orten, Informationen (und Fotos) vom Übersetzer zu Stadtteilen, dem Krankenhaus …
Es ist ein Album, das mir geholfen hat, einen Anfang zu finden, viele unterschiedliche Informationen zu sortieren aufzuschreiben und sie so unserem Kind, wenn es dies lesen kann und möchte, Nahe zu bringen. Vorher bin ich damit aber auch für Fragen unseres Kindes schon vorbereitet, da ich mich selbst schon damit auseinander gesetzt habe, als ich alles aufschrieb.“
Danke! :o)
Das Buch findet man hier:
http://www.adoptivsinn.de/Tagebuch-fuer-Erinnerungen.185.0.html
K. Blank-Bringmann

Ich dachte immer, dass man Kindern sagt: "Mach die Augen zu und schlaf schön."
Es gibt tatsächlich Kinder, denen muss man sagen: "Mach den Mund zu und schlaf schön."
... und dann bekommt man noch zur Antwort: "Aber Mama, in meinem Hals sind noch so viele Wörter. Ich kann erst einschlafen, wenn die alle rausgeplappert sind."
von Sophie und Rascal
Während eines Krieges wird ein Kätzchen, Tinka, geboren. Die Eltern legen ihr Katzenkind zusammen mit ihrer letzten Hoffnung in eine Kiste aus Bambusholz und schicken es damit auf eine Reise zur anderen Seite des Meeres.
Dort wird die Kiste von einem jungen (Katzen)Paar gefunden. Beide wissen sofort, dass dies ihr erstes Kind sein soll. Tinka erholt sich langsam von der Angst der letzten Nächte und ist einfach Kind. Sie bekommt noch weitere Geschwister und eines Tages erzählen die Eltern ihr, wie sie zu ihnen gekommen ist. Von da an werden Tinkas widersprüchliche Gefühle beschrieben und als Leser kann man auch die tiefe Traurigkeit sehr gut nachempfinden. Diese Traurigkeit ist unabhängig von der Liebe der Familie einfach da und Tinka findet einen Weg, sie in ihr Leben zu integrieren. Sie ist traurig und glücklich, denn sie weiß, dass sie auf beiden Seiten des Meeres geliebt wird.
Es ist meiner Meinung nach weniger ein Vorlesebuch als ein Buch für Adoptiveltern, die versuchen die Gefühle ihres Kindes nachzuvollziehen und eine Gesprächsgrundlage suchen. Dies gelingt mit diesem Buch auf herzergreifende Weise.
Die Aufmachung dieses Buchs - ein Bilderbuch mit wenig Text – täuscht sehr über eine Bedeutung hinweg, die weit über das Alter, in dem man gewöhnlich Bilderbücher liest, hinausgeht.
Der Newsletter kann gerne an Interessierte weitergeleitet werden!
Das Newsletter-Themenarchiv zum Weiterempfehlen:
http://www.adoptivsinn.de/AdoptivSinn-Newsletter-Themena.188.0.html
Ich freue mich über Fragen/Anregungen und Leserbriefe!
Bitte mit entsprechendem Betreff an: info(at)adoptivsinn.de
Kerstin Blank-Bringmann
Betrachte immer die helle Seite der Dinge.
Oder reibe die dunkle, bis sie glänzt.
Norman Vincent Peale