AdoptivSinn Newsletter 02/2010


Das "Tagebuch für Erinnerungen" - ein Album für die ersten Müttern unserer Kinder


Eine Mutter, die ihr Kind zur Adoption frei geben mußte, schrieb mir:

„Als ich zum ersten Mal auf Ihrer Seite die schön aufgemachten Bücher sah, dachte ich spontan: Wie schön wäre es für mich gewesen, hätten mir die Eltern meiner Tochter auch so ein Buch gemacht und später beim Jugendamt hinterlassen. So hätte ich als abgebende Mutter wenigstens eine papierene Lebensgeschichte von ihrer Kindheit gehabt. So habe ich nur die Erinnerung an eine heimliche Schwangerschaft, die von Angst geprägt war, eine einsame Geburt in einer verschwiegenen Privatklinik und dann den Abschied von meinem 7 Tage alten Baby. Meine Tochter, zu der ich bisher keinen persönlichen Kontakt habe, hat mir noch nicht einmal ein einziges Kinderbild von sich überlassen, obwohl ich sie einmal danach gefragt habe.“   

 

Diese Zeilen haben mich sehr berührt und auch sehr nachdenklich gemacht.

Ich denke, es ist jedem klar, dass man seinen Adoptivkindern gegenüber verantwortlich ist, sie über ihre Herkunft aufzuklären, ihre Fragen offen zu beantworten und sie bei einer Suche unterstützend zu begleiten. Wir wissen es alle zu schätzen, wenn die Mutter unserer Kinder ihnen einen Brief oder gar Fotos hinterlassen hat, denn das hilft uns sehr, unseren Kindern ihre Wurzeln Nahe zu bringen.

 

Mir stellt sich hier plötzlich auch die Frage nach unserer Verantwortung als Adoptiveltern gegenüber der ersten Mutter unserer Kinder.

Ich bin der Mutter unserer Kinder wirklich dankbar, dass sie diese beiden wundervollen Wesen uns anvertraut hat. Ich weiß, es war ein schwieriger Schritt, auch wenn die Lebensumstände ihn möglicherweise als „die einfachste und beste Lösung“ für die Kinder aussehen lassen. Ich denke, ich kann die Gründe, aus denen unsere Kinder abgegeben wurden zwar verstehen, aber wirklich emotional nachvollziehen kann ich sie nicht. Ein großes Leid einer anderen Frau lässt mich und meine Familie unendlich glücklich sein. Bin ich dann nicht auch dafür verantwortlich, etwas zurück zu geben?

Die meisten Mütter geben Ihr Kind oft noch sehr klein ab und erhalten (wenn überhaupt) den Kontakt  zu einem fertigen Erwachsenen zurück. Die Zeit dazwischen, die wir gerade mit unseren Kindern so sehr genießen, uns über Entwicklungen freuen und Dank der Digitalfotografie unendlich viele Fotos machen, fehlt den ersten Müttern völlig.

Natürlich, sie haben Ihr Kind ja abgegeben – aber es deshalb trotzdem sicherlich nie aus ihrem Herzen gelöscht!

 

Ich weiß nun, ich werde für die Mütter meiner Kinder ein Album über ihre Kindheit bei uns anfertigen. Wir werden es sicherlich nicht irgendwo hinterlegen können, aber wir können es mitgeben, wenn wir jemanden bitten, nach Spuren zu suchen und meine Kinder können es mitnehmen, wenn sie sich auf die große Reise zu ihren Wurzeln wagen.

 

Das „Tagebuch für Erinnerungen“ – unbeabsichtigt ist dieser Titel ein Teil der Bedeutung geworden, die dieses Buch bekommen kann. 

Wenn dieses Album die Mütter unserer Kinder eines Tages erreicht, möchte ich sie damit ein wenig an dem teilhaben lassen, was sie uns geschenkt haben und ihnen aus tiefstem Herzen für dieses wunderbare Geschenk danken.

 

Kerstin Blank-Bringmann (2010)

 

 

Hilfe für Haitis Kinder


 

Das Thema Haiti verschwindet immer mehr aus den Medien, was aber leider nicht bedeutet, dass die Menschen dort nun auch wirklich weniger Probleme haben. Noch immer sind insbesondere Kinder auf besondere Hilfe angewiesen und auch, wenn Impfaktionen sicherlich lebensnotwendig sind, ist auch ein Dach über dem Kopf und die tägliche Versorgung der Waisen meiner Meinung nach mindestens genauso wichtig.

Einige kleine Vereine setzten sich mit ehrenamtlichen Mitarbeitern, die neben ihrem Beruf für Haiti teilweise nächtelang arbeiten, für die Versorgung von Kindern in ihnen persönlich bekannten Kinderheimen ein. 

Das gespendete Geld kommt zu 100% bei den Kindern an. Dies hilft vielleicht nur im Kleinen, aber den Kindern, die es erreicht, zu 100%.

Ich erinnere mich hier gerne an die Geschichte vom Seestern (Newsletter 08/09)

 

 

Direkte Hilfe für http://reachouttohaiti.com/ leiten diese beiden Vereine sofort weiter:

http://www.kinderdesregenbogens.de/id24.htm

Kinder des Regenbogens e.V. – Children of the Rainbow
Kontonummer: 36176972
BLZ: 40154530
Sparkasse Westmünsterland

 

http://adoption-vermittlung.de/partnerländer/

Global Adoption Germany Help for Kids e.V. 
Kto 2516060
BLZ 33040001
Commerzbank Velbert-Langenberg

 

 

 

Auch hier kommt Hilfe sofort an:

http://www.haiticare.de/aktuell/index.php 

HaitiCare e.V.
Commerzbank AG, Berlin 
Konto-Nummer: 877 00 00 
Bankleitzahl: 100 400 00

 

http://www.helpachild.de/

Help a child e.V.
SK Koblenz
Blz.: 57050120 
Kto: 117507
Vermerk: Erdbeben Haiti

 

http://www.haitinothilfe.de/html/aktuell_patenkinder.html

Haiti-Not-Hilfe e.V.
Sparkasse Münsterland-Ost
BLZ.: 40050150
KoNr.: 34116657

Aktion "Eine Postkarte für ein Waisenhaus": http://fotoklix.de/haiti/index.html

 

 

Sozialpädagogen aus dem Bereich Adoptionsvermittlung gesucht!


 

Über unsere Unterstützung des Haiti-Projektes "Ruuska Village" hinaus befindet sich der Verein Kinder des Regenbogens e.V. in der Antragstellung auf Zulassung als Auslandsadoptionsvermittlungsstelle.

"Ein Gespräch mit dem Landesjugendamt vor Weihnachten 2009 hat ergeben, dass wir ca. 80.000 - 100.000 Euro Startkapital und zwei Vollzeitkräfte (oder eine angemessene Anzahl von Teilzeitkräften) benötigen. Dabei ist es nicht ausreichend, wenn diese Fachkräfte seit 20 Jahren mit Jugendämtern harmonisch kooperieren und Sozialberichte schreiben und geschrieben haben, sondern dass sie mindestens ein oder zwei Jahre festangestellt in der Adoptionsvermittlung gearbeitet haben müssen.

Unsere Aufforderung zu Bewerbungen bei uns:
Welche Sozialpädaginnen oder Sozialpädagogen mit einer derartigen Berufserfahrung haben Interesse daran, im Verein "kinderdesregenbogens.de" berufstätig zu werden ?
Wenden Sie sich bitte an info(at)kinderdesregenbogens.de "

Vielen Dank
Martin Wiethaup
Kinder des Regenbogens e.V.

 

 

 

Wurzeln für Lisa


von Cornelia Oehlert 

 

Brief an meine unbekannte Tochter

Die Entscheidung zur Adoptionsfreigabe ihrer Tochter wurde ihr „zu ihrem Wohl und dem des Kindes“ von der Familie abgenommen…

Wenn man als Kind nie ermutigt wird, selbständig zu sein, die Eltern jede Freiheit strafend unterdrücken, dann reicht die eigene Kraft nicht aus sich mit 17 Jahren gegen eine solche Entscheidung aufzulehnen.

Nach einem darauf folgenden sehr langen Weg von weiteren Abhängigkeiten und Fehlentscheidungen gelingt es der Autorin nach vielen Jahren, endlich wirklich auf eigenen Beinen zu stehen und ihren weiteren Lebensweg eigenständig in die Hand zu nehmen. Diese Briefe zeigen eindrücklich, wie schwer es für einen Menschen ist, dem Einfluss der eigenen Familie zu entfliehen und sich auch als Erwachsener wirklich frei zu machen von Abhängigkeiten, zu denen man sich emotional verpflichtet fühlt.

Nachdem die Schreiberin der Briefe dies geschafft hat, hat sie den Mut, sich ihrer Tochter zuzuwenden. Diese ist inzwischen erwachsen und zeigt wenig Interesse an einem engen Kontakt. Die große Kluft zwischen dem Kind, das nichts vermisst und der leiblichen Mutter, die alles vermisst hat, wird deutlich. Für eine Frau, die ihr Kind nicht freiwillig abgegeben hat, ist dies sehr schwer zu ertragen. Sie möchte Ihrem Kind, denn das ist es für sie immer noch, alles geben, was sie kann – und das sind die Briefe, die ihre Lebensgeschichte und damit die Wurzeln für Lisa enthalten.

 

Die beschriebene Adoption liegt inzwischen 39 Jahre zurück und natürlich könnte man sagen, dass so etwas heute nicht mehr passiert … vielleicht nicht unbedingt in Deutschland …?

Dieses Buch hilft Adoptiveltern, sich in die Situation und die Gefühle abgebender Mütter einzufühlen und vielleicht ein wenig mehr nachzuvollziehen, dass Mütter Ihr Kind aus der Hand, aber selten ganz aus dem Herzen geben.

 

 

 

 

 

 

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http://www.adoptivsinn.de/AdoptivSinn-Newsletter-Themena.188.0.html

 

Ich freue mich über Fragen/Anregungen und Leserbriefe!

Bitte mit entsprechendem Betreff an: info(at)adoptivsinn.de

Kerstin Blank-Bringmann

 

Ein Vorurteil ist ziemlich sicher daran zu erkennen, daß man sich in seiner Begründung ereifert.
(Victor de Kowa, dt. Schauspieler 1904-1973)